Wiesn 2016  
  Die Frohsinns-Festung
      © Achim Krausz

Voriges Jahr glaubte man noch, dass die Wiesn zur Edel-Disco wird. 
Volksfest-ferne Preise und Zelt-Zugang nur gegen Bakschisch oder Betteln.  
2016 müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Geld und Germane.
Machen heuer zwei Neue die Tür: Seehofer und Söder? 
Nein, es sind die alten Bekannten: Hysterie und Hybris.  
Die von Politikern und Medien geschürte Angst vor allgegenwärtigen Terror. 
Und die Hybris, die Politik könne so etwas wie Sicherheit garantieren.

In Wirklichkeit ist es nur das Marketing-Event der Münchner Brauereien 
unter Einbindung aller Freibier-Fraktionen des Stadtrats. 
Mit ihrem Freibier-geschulten Sachverstand entwickelte man die Disco 
zum Getränke-Ghetto. 
Ein durchgehender Zaun – optisch eher ein Schnäppchen aus dem Baumarkt – 
signalisiert allen Terroristen: Geschlossene Veranstaltung!

Am Eröffnungstag sagten Besucher in die laufende Kamera: Jetzt fühle ich mich sicher. 
Daran erkennt man, welche fatalen Verwüstungen der Alkohol anrichten kann. 
Wen das nicht überzeugt, der möge sich die Wahlergebnisse der AfD anschauen.  

Wo bleibt das Positive?
Der positive Nebeneffekt besteht im Rucksack-Verbot. 
Die meisten Münchner schauen aus, als stiegen sie 
direkt von der Annapurna – dabei war's nur die Anna Brunner. 

Doch zurück zur Theresienwiese und seinen Zaunkönigen. 
Was will man mit der Einzäunung erreichen? 
Sicherheit? Das ist lächerlich. 
Ein Terrorist im Lodenmantel gilt nach wie vor als gut integriert. 
Und was machen wir mit all den netten Chinesen? 
Die auf dem Umweg über ALDI ihre eigenen Dirndl und Lederhosen aus China kaufen? 
Will man täglich 700.000 Menschen röntgen? 
Die Radiologen reiben sich schon die Hände.  
Der Modeberater der ISIS empfiehlt für den Herbst, den Sprengstoffgürtel 
körpernah unter der Tracht zu tragen. 
Sicher sind all diese Leibesvisitationen ein hübscher Ausgleich 
für die zahllosen Überstunden der Polizei. 

Aber wollen wir die Wirte wirklich verhungern lassen? 
Bald sehen wir Wiesn-Kellnerinnen mit nur einer Maß in der Hand, 
die neben dem Gast stehen bleiben, bis er ausgetrunken hat. 

Die ganzen Maßnahmen nähren lediglich die Massen-Hysterisierung. 
Bedeutet dies im Umkehrschluss, es gibt keine Gefahr? 
Gefahren gibt es, seit es Menschen gibt. 
Egal ob sie mit Keulen oder Kernwaffen hantieren.

Vielleicht erinnert sich noch ein Leser an meine Kolumne vom 20. Januar dieses Jahres. 
Darin ging es um den beschaulichen Ort Rheinsberg am Niederrhein. Dort hatte man den Karnevals-Umzug abgesagt, weil er an einem Asylbewerber-Wohnheim vorbeiführte. 
Nachdem der Schwachsinn Presse-kundig wurde, beeilte sich der Bürgermeister (Rosenmontag war längst vorüber), ein Zelt aufzubauen, um mit den muslimischen Asylbewerbern feucht-fröhlich Karneval zu feiern. 
Es gibt Gehirne, die wären in Formaldehyd besser aufgehoben. 

Aber schließen wir positiv mit den Worten der Fachkraft für Mauerbau, 
Walter Ulbricht: Die Wiesn in ihrem Lauf halten weder Zaun noch Bulle auf.
18 09 2016
© Achim Krausz 

Nehmt den Politikern die Burka ab
© Achim Krausz

Höchste Zeit, unsere Politiker zu entburken. 
Der derzeitige politische Diskurs über Bagatellfragen 
dient lediglich einer Vollverschleierung ihrer politischen Passivität. 

Und wieder ist es diese kleine aber tapfere Kolumne, 
welche Burka, Niqab und Burkini fallen lässt – zum Wohle der nackten Wahrheit. 

Es ist Wahlkampf allenthalben – der Karneval der Politik. 
Und die Medien greifen jeden Unfug gerne auf. 
Vom Trottel Trump bis zum Heini Hollande. 

Welch ein Spaß muss es für die französischen Polizisten gewesen sein, 
unter Video-Begleitung einer Muslima am Strand von Cannes 
den Burkini auszuziehen. Übrig blieb ein garantiert terrorfreies Badetuch. 
Frankreichs Staatsrat beriet sogar über ein Burkini-Verbot. 
Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Terror – die Lösung steckt im Oberteil. 

Natürlich wissen meine kundigen Leser, dass wir uns hier 
nicht den textilen Traditionen der Kirchen widmen werden. 
Ein älterer Herr im weißen Kleid in Ballerinas, einem goldenen Hut 
und einem Hirtenstab mitten im verkehrsreichen Rom ist auch nicht ganz humorfrei.
Andererseits ist das Wort Burkini ein scheußlicher Begriff. 
Er vermengt in unzulässiger Weise, die oftmals angenehme Verhüllung 
von Körpern jeglicher Fettstufe mit der westlichen Unart, am Strand, 
wo man an nichts Böses denkt, Unmengen an Fastfood an die 
Öffentlichkeit quellen zu lassen. 
Amazon bietet bereits neben dem Burkini die Saudi Niqab dreilagig an – mit Rückgaberecht. 
Rückgabe? Welche Niqab-Trägerin hat je gehört: das steht dir nicht?  

Soweit die gewohnt muntere Einleitung.
 
Nun sollte es wirklich ernst werden.
Mehrere Monate war man angenehm abgelenkt durch Fußball-EM, Tours de France und Olympische Sommerspiele. Jetzt wissen wir alles über Doping. 
Und warum unsere Läufer, Springer, Damen schachmatt waren. 
Sie erhalten für eine Gold-Medaille nur lumpige 20 Mille – 130.000 weniger als Désirée Nick im Dschungelcamp. 
Das ist wahrlich deprimierend. 
Gleichen sich unsere Sprinter  den Radiologen an? 
Da rennt auch keiner für 20.000 €.

Doch Vollverschleierung und Doppelpass – der besonders an Fußballorientierten Stammtischen leicht missverstanden wird – sollen nur von den wirklichen Problemen ablenken. Es gibt ihrer so viele, dass wir sie nach und nach abarbeiten müssen.
 
In dieser Folge beginnen wir mit der Türkei. 
Was gerade jetzt in dem Land passiert ist eine Blamage, ja eine Ohrfeige, für die gesamte westliche Welt. Ein Genozid, den keiner sieht. 
Basierend auf einem Militärputsch, der fatal an den Reichstagsbrand von 1933 erinnert. 
Dieser Militärputsch war so durchsichtig und laienhaft, dass viele spontan an eine Erdogan-Inszenierung glaubten. Sein Aufruf an die türkische Bevölkerung zum Widerstand ist an Theatralik nicht zu überbieten. Im Falle eines echten Militäraufstandes hätte Erdogan seine Mitbürger zum Freitod aufgehetzt. Denn bekanntlich ist das Militär besser bewaffnet als die Zivilisten. 
Folglich ein Aufruf zum Bürgerkrieg. 

Ähnliches kennt man nur aus alten Feudalsystemen – für König und Vaterland!
Nicht zu vergleichen mit dem Aufstand der Ungarn oder Tschechen gegen eine Fremdherrschaft. 

Wie dem auch sei – derzeit grassiert ein diktatorisches Wüten in einer ehemaligen Demokratie. 
Dabei glaubt Angela Merkel, Erdogan im Griff zu haben.
Auch Chamberlain glaubte einst, Hitler im Griff zu haben. 
Das Ergebnis ist bekannt.  
Merkels Regierung (dazu gehört auch die SPD) macht sich abhängig von einem Führer, der bei uns Meinungsfreiheit fordert, die er in seinem eigenen Land nicht gewährt. Fremden Staaten türkische Interessen diktieren will. 
Von einem Nationalisten, der in Deutschland verkündet, eine Assimilation der Türken wäre "ein Verbrechen an der Menschheit" (Zitat). 

Damals wie heute geht es um Märkte. 
Nach dem Motto: Wer die Nachtigall stört – sie singt so süß von Arbeitsplätzen. 
Das ist der Dampfhammer, mit dem man die Interessen der Arbeiter platt machen kann. Fragen Sie nach bei Gabriel, Vorsitzender einer ehemaligen Arbeiterpartei, der laufend mit diesem Argument hantiert. 

Aber zurück zum Umbau der Türkei. 
Erdogan festigt derzeit seine Führer-Position – 
was primär seine Landsleute etwas angeht. 
Uns sollte folgendes angehen: 
Unter den mitleidlosen Blicken der Welt praktiziert die Türkei 
den nächsten Genozid. Nicht nur in der Türkei werden Kurden 
mit unmenschlicher Härte ausgerottet. 
Auch in den souveränen Nachbarstaaten Irak und Syrien. 
Der Krieg türkischer Bomber und Panzer bildet die denkbar 
massivste Völkerrechtsverletzung der letzten Jahre. 

Wäre Erdogan Russe, hätten wir bereits den Dritten Weltkrieg.
Aber was ist schon Syrien? 
Es ist wie Deutschland in 30-jährigen Krieg. Jeder darf mal. 
Und danach wird zum profitablen Wiederaufbau geblasen. 
In Syrien, in Afghanistan und im Irak kann man sich die Aufträge 
für die Bau-Mafia zurechtbomben. 

Die stets neutrale deutsche Industrie verhandelt mit allen. 
Unsere AWACS-Flüge zeigen präzise, wo die Jobs lohnen.
Und die Amerikaner und Deutschen, welche die Kurden für den Kampf 
gegen Isis hochgerüstet haben, und sie gerne als Alliierte bezeichnen, 
schauen jetzt angestrengt weg. 

Das ist sicher die prägnanteste Art, den Arabern die westlichen Werte 
zu kommunizieren. In Treue fest – je nach Wetterlage.
 
Mittelfristig kann sich Erdogan auf eines verlassen. 
In allen Ländern, in denen 2017 Wahlen stattfinden, wird streng weggeschaut. 
Und ein ganzes Jahr lang können Politik und Medien über 
Integration, Doppelpass und Willkommenskultur labern. 
Es kommt ja keiner. 

Wer gerade aus dem Sommerurlaub heimkehrrt, kennt das. 
Man hat der netten Familie in der Sandburg nebenan gesagt, 
wenn Sie mal nach Wanne-Eickel kommen, schauen Sie doch vorbei. 
Wohl wissend, dass niemand über die Balkanroute nach Wanne-Eickel gelangt. 
Und nun stehen sie vor der Tür – eine Million aus der Sandburg. 
Und sie haben nichts als Muscheln mitgebracht. 
Auch wenn sie nicht öffnen – stehen sie weiterhin vor der Tür. 

Hat unser weitsichtiger Innenminister deswegen zu Hamsterkäufen geraten? 
Statt lösungsorientiert der Politik nichts als Tricksen, Tarnen, Täuschen. 
Kein Wunder, dass die Sehnsucht nach einem starken Mann immer stärker wird.

Und so singen wir  – frei nach Kurt Tucholsky – mit Angela Merkel: 
Mir ist heut so nach Erdogan, nach Erdogan zumut…
27 08 2016
© Achim Krausz

 tragedy & comedy
© Achim Krausz

Wer noch feuchte Taschentücher haben sollte wegen der zahlreichen Schießereinen in den USA, möge sie getrost in die momentane Sonne zum Trocknen legen.
Machen Sie es einfach wie Obama, der führende stand-up-comedian der freien Welt.
Vor der US-Strafverfolgungsbehörde in Washington berichtete Obama vom Anschlag 
im Münchner Einkaufszentrum OEZ. Schon im folgenden Satz  brachte er den gesamten Saal zum Lachen. 
 Mit der Nachricht, dass seine Tochter nun aufs College geht.  
Nebenbei – das US-College ist eine Art Vietnam mit zivilen Mitteln. Das Schulsystem zu verbessern, zählt zu den vielen Kleinigkeiten, 
die Obama in dem nur kurzen acht Jahren nicht schaffte.
Jammern Sie also nicht über 2000 Tote bei Schießereien in den USA allein in diesem Halbjahr. 
Für Obama sind zehn Tote in Germany nur ein Betriebsunfall. 
Denn die USA sind nicht nur die größte sondern auch die sicherste Nation der Welt. 
Dort kann sich jeder mit seiner Schusswaffe verteidigen.
Sie ist quasi das Potenzmittel des kleinen Mannes. 
Viagra kommt bekanntlich auch aus den USA. 
Doch im Gegensatz zu Waffen ist Viagra rezeptpflichtig. 
Umgekehrt wären die USA vermutlich noch sicherer. 

Der einzige europäische Politiker, auf den stets Verlass ist, 
bleibt Frankreichs Hollande.
Er sprach – stringent zu seiner bisherigen Nachrichtenmanipulation – 
sofort von einer islamistischen Terrortat. 
Speedy Gonzalez Hollande, das schnellste Mäusehirn von Frankreich, 
hat es zeitgleich mit den Anschlag erkannt: Islamistischer Terror. 
Das Menschen an einer unmenschlichen Gesellschaft irre werden können, 
scheidet für ihn von vornherein aus. Holande spricht lieber von Krieg. 
Die Baguette gegen die Mitraillette eintauschen – das ist seine Lösung. 
Zwar wusste zu dem Zeitpunkt noch niemand, wer der Täter ist, 
aber es passt zur Generallinie der französischen Politik, 
die gerade versucht, den Amok-Fahrer von Nizza 
zum jüngeren Bruder von Osama bin Laden zu stilisieren. 
Auch in München war es eine Amok-Tat, begangen von 
einem Deutschen iranischer Abstammung. 
Wenn jetzt noch jemand dem wackeren Präsidenten erklärt, 
dass der schiitische Iran nicht die Hochburg der sunnitischen Isis ist, 
kann er zusammen mit Obama als Polit-Clown in Rente gehen.

23 07 2016
© Achim Krausz


 UNRECHTSSTAAT
© Achim Krausz

 Ja, wir leben in einem Unrechtsstaat. 
Es muss einfach mal deutlich gesagt werden.

Gemeint ist natürlich nicht die krude Definition des Horst Seehofer. 
Der Wanderprediger mit den populistischen Parolen isoliert sich gerade selbst. 
Selbst Frauke Petry glaubt nicht an einen Unrechtsstaat. Ein Staat, 
in dem sie so viele "Besorgte" findet, ist ihr nicht unrecht. Unrecht wäre nur, 
ihr geistig kurz geschorenes Personal für Politiker zu halten. 
Eigentlich müssten sie alle sehr viel schlanker sein. 
Seit den Wahltag haben sie kiloweise Kreide gefressen. 
Man hört sie förmlich singen: Horch, was kommt von draußen rein! 
Schon werden Übertritte zum Islam befürchtet. 

Nein, der Unrechtsstaat hat seine widerliche Fratze diese Woche 
vor dem Bundesverwaltungsgericht gezeigt. 
Jeder, der Wohnung oder Werkstatt besitzt, muss die Rundfunkgebühr 
von derzeit 17,50 € monatlich zahlen. 
Es hilft nicht mehr, wenn Sie einen Schrank vor Ihre Eingangstür schieben – Sie sind dran. 
Selbst wenn Sie weder Fernseher noch Radiogerät Ihr Eigen nennen 
und sich somit hinlänglich als Partisan des Musikantenstadls legitimiert haben, zahlen müssen Sie. 
Mit diesem Inkasso-Trick, den vorläufig das Bundesverwaltungsgericht bestätigt hat, 
holen sich die Sender über 400 Millionen € zusätzlich jedes Jahr aus Ihrer Tasche. 
Eine glatte Enteignung. 
Und das Ende Ihrer Karriere als Intellektueller.
Der Button "GEZ mi am A…" ist ab sofort obsolet. 
Dies ist – speziell im Hinblick auf krakeelende Talkshows – schreiendes Unrecht! 

Hätte man die Millionen Heidi Klum gegeben, 
sie hätte ihre Karriere auf dem High heel beendet 
und vielleicht Dieter Bohlen mit auf ihr altes Teil genommen. 
Altenteil ist natürlich das richtige Wort. 
Klums und Bohlens Sendungen sind vornehmlich für Alte, 
damit ihnen das Sterben nicht so schwer fällt. 
So wird nun weiter gepilchert und jeder Ort erhält seinen Tatort. 

Finanzieren wir also unsere eigene Narkotisierung? 
Zumindest gibt's jetzt mehr Marie für die Apathie. 
Bisher haben die Flüchtlingszahlen die wirklichen Probleme kaschiert. 
Doch jetzt kommen keine mehr.
Und die Probleme mit Euro und Europa gären weiter. 
Gärung ist ein alkoholischer Prozess, der besoffen macht. 
So besoffen, dass keiner merkt, dass Ethik nicht mit E wie Erdogan beginnt.
Das Flüchtlinge keine Handelsware sind und Erpresser keine Politiker.
Wenn Angela Merkel ihre humanitären Hilfe "türken" muss, ist das 
eine moralische Bankrotterklärung für Europa. 

Zur Ablenkung muss Unterhaltung her: Bühne frei für das Ballett der kopflosen Bauchredner.

Da geht leicht unter, dass die SPD gerade ein Strategiepapier vorgelegt hat, in dem alles, 
was der göttergleiche Schröder an staatsschädigender Wirtschaftspolitik etabliert hat, 
abgeschafft werden soll. 
Mit diesem Kampf gegen die eigene Politik schafft die SPD garantiert die 10 %-Hürde 2017.
 
Wem dies zu kryptisch war: 
Schröder hat den Spitzensteuersatz, der unter Helmut Kohl, 
dem ollen Kommunisten, bei 52 % lag, auf 42 % gesenkt. 
Nun soll er wieder 52 % betragen. 
Das Hin und Her nimmt dem Arbeiter jegliche Planungssicherheit. 

Das Renteneintrittsalter, das Schröder auf 67 Jahre festgelegt hat 
(wir werden älter, Politiker leider auch), soll nun wieder auf 65 Jahre sinken. 
Da freuen sich alle, dass sie nun zwei Jahre früher in die Armut absteigen. 
Schröder hat den Rentensatz auf 42 % des letzten Nettogehalts fixiert. 
Das sind bei 40 % der Arbeitnehmer etwa 800 € im Monat. 
Da wird Aldi zu Cartier! 

Und die Riester-Rente? 
Das Abschiedsgeschenk Schröders an Freund Maschmeyer 
für die finanzielle Förderung seines Wahlkampfes 1998? 
Riester hilft! 
Ausschließlich den Versicherungen und sich selbst!
 
Von all dem Elend lenkt das Fernsehen erfolgreich ab – für 210 € jährlich.
19 03 2016
© Achim Krausz

   Müll-Trennung
© Achim Krausz

In den letzten Tagen und Wochen wurde so viel mediales Gerümpel publiziert, 
dass hier eine  Trennung in gelbe und andere Säcke dringend von Nöten ist. Das Wichtigste zuerst. 

Jahrhundert-Elfmeter

Oder wie der Fußball-Messias  ein Tor teilt. 
Messi und seine Jünger vollbrachten im gläubigen Spanien ein Wunder.  
Vollstrecker dieses Jahrhundert-Treffers war der Brasilianer Neymar, gegen den in Brasilien bald wegen Steuerhinterziehung vollstreckt wird. 
Nebenbei lernen die kleinen Fußballfans weltweit, dass ihre Fußball-Götter auch nur Menschen sind – wenn auch miese.
Übrigens – dieser geniale Jahrhundert-Elfmeter wurde bereits im letzten September vom österreichischen Zweitligisten SV Horn vorgeführt. Das Patentrecht liegt seit 1982 bei Johann Cruyff. 
Sogar Fußball ist heutzutage nicht mehr transparent.

Joachim Gauck

Dazu noch einmal nach Österreich. 
Der dortige Bundespräsident, Prof. Dr. Heinz Fischer, ist ab Juni arbeitslos. Verfassungsrechtlich steht ihm keine weitere Amtszeit zu. Er wäre also frei. 
In Deutschland ist Bundespräsident Gauck so frei, noch eine Amtszeit anzustreben. 
Seine vor Selbstüberschätzung strotzende Begründung zeigt, warum er dringend ablösefrei auf die Transferliste gehört.
"…weil ich angesichts der Flüchtlingskrise die Politik mit meinem Rückzug nicht noch in eine weitere Krise stürzen will". 
Der etwas zu schnell integrierte Wirtschaftsflüchtling aus Rostock sollte noch einmal zurück auf Los. 
Warum beginnt er nicht mit einem kleinen Bigotterie-Fachgeschäft? Da liegt sein wahres Talent. 
Der Feldgeistliche mit der aufgesetzten Friedensrhetorik kann nicht auf die Ausrede der Demenz verweisen. Er findet leider nach jeder Dienstreise wieder zurück.
Seine Wikipedia-Biografie – ein Meisterwerk aus dem Nachlass der Gebrüder Grimm – rührt zu Tränen. 
Wer Aussagen zu formulieren vermag wie "Meine Heimat liebte ich seriös, meinen Westen wie eine Geliebte" ist vom Hirntod nur noch einen Satz entfernt. 
Seine seriöse Liebe ist also die DDR – sein Westen (man beachte das besitzanzeigende Fürwort) 
das Gebiet, das wir freundlicherweise mit ihm teilen dürfen. 
Vielleicht meint er mit seriöser Liebe auch Gerhild Gauck, geborene Radtke, Gaucks Gattin seit 56 Jahren. An Scheidung denkt der Pastor nicht, da er die Ehe für ein heiliges Sakrament hält. 
Daniela Schadt (für Puccini-Freunde: La fanciulla del West) ist das Gspusi von drüben.  
Bei Staatsbesuchen freut sich dass ausländische Protokoll, dass Gauck nicht mit First und Second Lady gleichzeitig erscheint. 

Und wir hielten einen Außenminister mit Ehemann für problematisch? 

Es ist allerhöchste Zeit, eine Petition an die österreichische Regierung zu richten, bevor das Kloster Austria auch niemanden mehr raus lässt. 

Übrigens von Heinz Fischer wissen wir, dass er privat Akt-Zeichnungen anfertigt. Selbst Angela Merkel als nackte Venus in der Muschel wäre leichter zu ertragen als ein Gauck-DaCapo im Schloss Bellevue. 

Sigmar Gabriel

Das SPD-Vereinsblatt Der Spiegel enthüllt rechtzeitig zum Flüchtlingsgipfel die neue Strategie der Enthaltsamkeit: (Zitat) "Merkel soll nun mal schön selber regieren."
Gabriel, alter Hirnzwerg, das macht sie schon seit 2005. 
Die SPD ist lediglich Angelas Wunderlampe – einmal kurz reiben und schon liegt ihr die Mehrheit im Parlament zu Füßen.
Dem Zick-Zack-Siggi kommt eines nicht in den Sinn: eine Koalition aufzulösen, die man nicht mehr mittragen will. 
Aber dann müsste man sich dem Urteil der Wähler stellen. 
Und so doof ist der Dicke nicht. 

Günther Oettinger

Die Brüsseler Spitze erklärte auf Deutsch und damit unmissverständlich: wäre er mit Frauke Petry verheiratet, würde er sich sofort erschießen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich die AfD-Chefin einmal so bitten würde. 
Liebe Frau Petry, könnten Sie Herrn Oettinger nicht wenigstens einen Antrag machen?

Jorge Maria Bergoglio

Der talentierte Argentinier, in seinen letzten Berufsjahren als Papst tätig, reist mal wieder. 
Im Gegensatz zu den Politikern dienen seine Ausflüge nicht dem heimischen Wahlkampf. 
Das hat er schon hinter sich – gerwählt von 80 Senioren, für die Alzheimer ein göttlicher Gnadenbeweis wäre.
Auf Kuba traf er den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill. 
Sein verarmter Amtsbruder aus Moskau hat sich zwar 1000 Jahre länger gehalten als UdSSR und DDR, aber nun ist die Marie am Ende. Jetzt muss er die anderen Kinder von Maria anpumpen. 
Geld ist halt stärker als Glaube.
Um einiges erleichtert flog Francesco weiter nach Mexiko, wo er die Jugend vor der Droge warnte. Überraschender Weise meinte der Papst nicht die Droge Religion sondern das andere Zeug, 
bei dem man nicht so lange auf das Paradies warten muss. 
Das alte mexikanische Volkslied: Guter Mohn, du kassierst so stille… war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge beim Blick auf den leeren Klingelbeutel.

Recep Erdogan

Die Terror-Anschläge in der Türkei sind grauenhaft – Punkt
Andererseits ist es mehr als irritierend, wie schnell der türkische Staatschef diese Verbrechen ohne Beweise oder Bekennerschreiben stets den Kurden zuordnet. 
Die Erklärung ist einfach. 
Erdogan benötigt für seinen Kurden-Genozid ein Alibi für das In- und Ausland. Nicht wenige politisch denkende Türken sind überzeugt, dass hinter diesen Anschlägen die eigene Regierung steckt. 
Die Sezession der Krim an Russland löste noch weltweit eine mediale Raserei über Völkerrechtsverletzung aus. 
Die Tatsache, dass die türkische Luftwaffe im Irak und in Syrien Bombenangriffe auf Kurden fliegt, wird dagegen als eine Art Bürgerkrieg abgetan.
Und dieser Duce-Verschnitt – eine weitere Fluchtursache im Nahen Osten – soll die letzte Hoffnung der EU-Politiker sein? 
Dann ist es um den Zerfall der EU auch nicht weiter schade.

 Barack Obama

In den USA gibt es eine hübsche Umschreibung für arbeitslos: between two jobs. 
Das illustrierte diese Woche der mächtigste Ex-Präsident der Welt in der Ellen DeGeneres Talk-Show. 
Auf dem Weg zu seiner eigentlichen Berufung als Stand-up Comedian bot er mit seiner Ehefrau eine Kostprobe seines Talents. Michelle Obama durfte zum Valentinstag als straight man (so heißt das im Comedy-Geschäft) folgende Vorlage liefern. 
Roses are red, violetts are blue – you're the President and I am your boo!  
Das war das Stichwort zum Super-Kalauer: Michelle, I Obama-Care for you. 
Heaven, haben wir gelacht – fast wie über seine Nahostpolitik.
Wir verstehen jetzt besser, dass sich die USA von seriöser Politik verabschieden und der Orangutang-Imitation Donald Trump eine echte Chance geben will. 
So ist auch der Misstrauensantrag im ukrainischen Parlament gegen die korrupte Regierung gescheitert – durch massive Einflussnahme Washingtons.
But, who cares about Obama?

18 02 2016
© Achim Krausz
  
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ist bei Amazon als Paperback und e-book erschienen.  
Geben Sie den Buchtitel oder einfach den Autor 
Joachim Krausz 
ein und schauen, was passiert.
Lesespaß ist garantiert.

   Schalt-Jahr
© Achim Krausz

Das Jahr ist noch jung, dennoch schalten alle schon einen Gang tiefer. 
Süleyman der Prächtige, bürgerlich Reep Erdogan, Resident einer 1000-Zimmer-Dienstwohnung, lässt Madame Merkel zum Handkuss einfliegen. 
Die DDR-erprobte Kosmopolitin begrüßt die Ehrengarde gar nicht anbiedernd auf Türkisch. 
Sie ist noch zwei Ankara-Flüge davon entfernt, im deutschen Fernsehen eine  Casting-Show für Muezzine zu starten. 
Die Hilflosigkeit in der europäischen Politik macht den halbscharigen Führer des Halbmondes zum Heiland der Flüchtlinge. 

"Draußen vor der Tür" – nicht von Borchert sondern von der Rest-EU –  heißt das Drama der Gegenwart. 

Vor der rettenden Grenze zur Türkei liegen nun Menschen, die ihr vom Krieg verwüstetes Land verlassen wollen. 
Für dieses Elend sind drei Milliarden doch ein Schnäppchen. 
Leichter kann man es der ISIS nicht machen.

In Deutschland offenbart die SPD akuten Analphabetismus. 
Ein schlichter Text, der das Nachzugsrecht für Familien geflüchteter Kinder regelt, übersteigt die intellektuellen  Fähigkeiten der Partei. 
Gabriel, Nahles, Steinmeier, Maas und Co, die aus unerfindlichen Gründen vorgeben, ein Land leiten zu können, 
machen sich bundesweit lächerlich. 
Wie in der billigsten Sitcom fragen sie: wie war das noch mal in Mittelteil?  Familiennachzug?? 
Wie soll eine Andrea Nahles nach 20 Semestern Germanistik ohne Abschluss ein zusammengesetztes Hauptwort erkennen? 
Ihre Arbeitsstättenverordnung war schon geistig so umnachtet, dass ihr Ministerium diesen Schwachsinn wieder einkassieren durfte. 
Ich schrieb damals: wenn der Staatssekretär die eigene Ministerin so offen ins Messer rennen lässt, dann ist es mit ihrer fachlichen Autorität nicht weit her. 
Bevor sie weiteren Flurschaden anrichtet, sollte sie sorgsam ausgewildert werden auf dem Bauernhof ihrer Vorfahren, den sie nie hätte verlassen sollen.

Man hüte sich, sie und ihre Kabinettskollegen einfach zu Dummköpfen zu erklären. 
Horst Seehofer, Bayerns Ein-Mann-Pegida, faselt von der Herrschaft des Unrechts. 
In Ingolstadt werden anscheinend Herz und Hirn nicht im Paket geliefert.

Diese Volksverkäufer ticken genauso unsauber wie ein 2-l-Dieselmotor von Volkswagen.
Mit zunehmenden Amtsjahren installiert sich eine Schummel-Software, welche die Realitäten verschwinden lässt. 
Gesetzestexte wie das Asylpaket II – angeblich lange und hart umkämpft – werden erst gar nicht mehr gelesen. 
Alle diese Polit-Darsteller haben lediglich den nächsten Presse-Termin im Kopf. 
"Schaffe ich es noch in die 20-Uhr-Nachrichten?" ist wichtiger als die Frage: "Was habe ich da gerade unterschrieben?" Und wir fragen uns: wen haben wir da gerade gewählt?

Wir schalten nun in den Rückwärtsgang. 

Der Iran – befreit von allen Sanktionen – macht derzeit das Ausmaß der Prostitution in der Politik weltweit sichtbar. 
Alle reißen sich um Geschäfte mit dem Kriegstreiber im Nahen Osten. 
Die Flugroute Berlin – Teheran ist so gut ausgelastet, dass die Lufthansa ihren Piloten endlich mehr Ruhestandsgelder zahlen kann. Der Iran wiederum nutzt die ihm aufgedrängten Gelder, um an der Seite von Russland und Assad den Krieg in Syrien zu eskalieren. Daher kann dieser zutiefst zynische Krieg der Waffen-Industrie nicht auf einer Konferenz in Genf beendet werden. 
Die Teilnehmer – so unbedeutend, dass man sie fotografieren darf – spielen lediglich eine Polit-Pantomime, auf der nichts Wesentliches gesagt wird. 
Apropos sinnlos. 
Das ist stets das Stichwort für Original Steinmeier-Diplomatie. 
Er veranstaltet eine Syrien-Sonderkonferenz in München. 
Scheinbar gönnt er Genf nicht den Misserfolg. 
Mit dem Geld könnte man Lebensmittel für das belagerte Aleppo kaufen – zum Beispiel. 
Wüsste man nicht, dass dahinter der geniale Plan eines Friedensnobelpreisträgers im Weißen Haus steht, 
man würde ob so viel Dummheit schier verzweifeln.

Nun zum Lob des Schaltjahrs. 

Das Schaltjahr bring dem VW-Vorstand einen Tag mehr, um sich weltweit zu entschuldigen. 
Ist es Buße oder PR? Manchmal sind die Grenzen fließend.

Alle Geburtstagskinder des 29. Februar werden endlich älter. 
Manche machen bald Abitur und sind erst vier einhalb. 
Vielleicht kann uns das beim Pisa-Test nutzen.

Donald Trump darf uns einen Tag länger demonstrieren, wie vergleichsweise harmlos Vladimir Putin ist.
Hillary Clinton kommt an diesem Tag die Erkenntnis, dass selbst Monica Lewinsky beliebter ist als sie.

Der 29. Februar ist eine Erlösung für Uli Hoeneß. 
An diesem Tag hat er endlich seine unmenschlich harte Strafe abgebüßt. 
Teils verbrachte er sie allein in einem Krankenzimmer beim Fußballschauen – 
unbehelligt von unfachmännischen Kommentaren der Knastbrüder, teils als Freigänger am Tegernsee – nach dem Motto: dahoam is dahoam. 
Umgerechnet auf die effektive Strafzeit hat er täglich 50.000 € abgesessen. 
Das ist nur gerecht. 
Er hat auch im selben Tempo Steuern hinterzogen.
11 02 2016
© Achim Krausz
    

   Heil Petry
© Achim Krausz
 
Das muss an meinem Diktiersystem liegen. 
Da verrutscht schon mal die Reihenfolge.  
Natürlich geht es hier um die Grußformel der Fischer und Angler. 
Statt Angler will mein Diktiersystem Angela schreiben. 
Ich weiß auch nicht, was das bedeuten soll. 

Es betrifft selbstredend alle Parteien – von Links bis Rechtsaußen. 
Ihr politisches Personal bietet uns derzeit einen Panoramablick auf eine degenerierte Demokratie.
Statt analysierender, Problem lösender Macher erleben wir eine Horde von Menschen-Fischern.
Die Jünger Petry. Sie fischen fleißig im Aquarium der AfD.

Dabei haben sie Schuppen vor den Augen. Denn sie sehe nicht, was sie anrichten.
Erschütternd ist – lange vor Aschermittwoch legen sie bereits ihre Masken ab. Ihre Sprache verrät sie.

Erinnern Sie sich noch an Götz George als Schimanski im Ruhrpott-Tatort? 
Er sprach als erster das No-go-Wort Scheiße im deutschen Fernsehen aus. 
Erst helle Empörung, dann brach der Damm. 
Heute ist dieses Wort aus Literatur und Theater nicht mehr wegzudenken. Und vieles stammt meines Erachtens wirklich aus dem Enddarm.

Nun liegt scheinbar in allen Parteien das "Wörterbuch des Unmenschen" zum freien Zitieren aus. 
Nach Grenzschutz per Waffe und Schießbefehl auf Flüchtlinge sinkt die verbale Hemmschwelle täglich. 
Angesichts der drei Landtagswahlen am 13. März, die natürlich Schicksals-Wahlen sind, wird das Vokabular immer inhumaner. 
Flüchtlinge existieren nur noch in der Wortverbindung mit Krise. 
Und Handgranaten-Weitwurf auf Asylbewerberheime kommt demnächst in die Sportschau. 

Die geborene Herzogin von Oldenburg, verehelichte Beatrix von Storch, amtierende AfD-Vize-Chefin, findet es grundsätzlich richtig, auf Frauen und Kinder zu schießen (ich betone, der Männer-Abschuss ist keineswegs okay). 
Man kann sagen, dass die degenerierte Adlige den "Jagdschein" hat. Aber ich befürchte, sie hat ihn wirklich. 
Das warmherzige Muttertier einfach als Irre abzutun oder als Plapper-Storch (Bild-Zeitung), ist grob verharmlosend. 

Warum greift niemand diese Verbal-Verbrecher frontal an?
 
Stattdessen ziehen bei Maischberger (siehe vorige Kolumne) Augstein und Stegner – wie die Petze aus der ersten Bank – Zettelchen aus der Tasche: "Diese bösen Bilder haben ihre Sympathisanten gezeichnet!" 
Autsch – das sitzt aber. 

Die beiden Amateur-Ankläger glauben fest, dass nun die sofortige Auflösung der AfD erfolgt. 
Ebensogut hätte man der SPD den Kinderporno-Fan Edathy vorwerfen können. Oder dem Spiegel die Werbung für kanzerogene Dieselmotoren von VW. 
Kein Wunder, dass Frauke Petry aus dem Grinsen nicht herauskommt. 
Fakt ist, man bietet dem gefährlichen Gesindel weiterhin ein mediales Podium. Nach dem Motto: auch Idioten machen Quoten. Man kann es natürlich eleganter sagen: Medien und Megären bedingen einander. 

Ein schönes Beispiel lieferte mal wieder Spiegel-online. 
Am Dienstag schrieb der Großaktionär Jakob Augstein, dass man erst durch die zahlreiche Berichterstattung die AfD groß mache. 
Diese blitzgescheite Erkenntnis fasst er in 5960 Buchstaben, umrahmt von sechs weiteren Artikeln über die AfD im Spiegel. 
Totschweigen geht – glaube ich – anders. 

Bevor man dieser Kolumne den selben Vorwurf machen kann – zurück zum Wesentlichen. 
Die sprachliche Verrohung erfasst bereits die Politiker der übrigen Parteien. Mit Blick auf die Wahlen begeben sie sich auf Schussfahrt ins Neanderthal. 
Die Tatsache, dass der Bombenterror der Alliierten den selben Terror darstellt, den die ISIS ausübt, darf nicht einmal erwähnt werden.
 Saudi-Arabien, das unser Rampen geiler Außenminister gerade besucht, mahnt den Schutz "gemäßigter Terroristen" an. 
Und niemand schreit auf. 
Wir sind ja vom braunen Gedankengut noch Lichtjahre entfernt – Pegida sei Dank. 
Die Pegiden – was wirklich niedlich klingt – sind ja nur debile Dresdner mit Einschlafstörungen. 
Sie gehen so lange im Kreis herum, bis alle völlig umnachtet sind.
Ach ja –  es heißt natürlich Petri Heil. 

04 02 2016 
© Achim Krausz


Sandra, Anne, Maybrit, Frank 
Die medialen Pflegekräfte der AfD
© Achim Krausz
 
Vielleicht haben Sie in dieser Woche die Sendung von Frau Maischberger über die AfD gesehen.
Sie erinnern sich – Sandra Maischberger lächelte jahrelang tapfer durch den verbalen Qualm von Altkamzler Schmidt und war zuvor Untermieterin in einer relativ schwach beleuchteten Stellebeim Sozialstaaat-Terminator Gerhard Schröder. 
Die wackere Moderatorin meint es gut – und genau das ist ihr Problem.
Was sie und Anne Will, Maybrit Illner, Frank Plasberg anrichten, kann nicht mehr als grober Unfug zusammengefasst werden. 
Es ist schlimmer. 
Sie alle wollen in der Flüchtlingsthematik etwas für ihre Partei tun, entlarven dabei aber deren Rezeptlosigkeit, 
fördern ungewollt die Rechtspopulisten mit ihren Strategien aus dem Neanderthal und weben dadurch am braunen Teppich, der doch eigentlich ein roter sein soll.
 
Zurück zu Sandra Maischberger. 

Die ausgewiesene SPD-Sprechstundenhilfe stellt in ihrer Sendung sich und uns die Frage: Tabupartei AfD? 
Wie kann – außer in den Köpfen von Maischberger und ihrer Redaktion – eine Partei ein Tabu sein – also unangreifbar und nicht hinterfragbar – der man gleichzeitig eine TV-Diskussion widmet?  
Zudem erhebt sich die bange Frage: Wie blöd muss man sein, um dieses Thema ohne Teilnahme der CDU, CSU, Linkspartei und der Grünen – also ohne politisch repräsentative Relevanz – durchzuführen? 

Da sich Frau Maischberger intellektuell noch im Mutterschutz befindet, hat sie sich zwei Hilfssheriffs eingeladen. 
Einer davon war Ralf Stegner, der weitgehend unbekannte SPD-Vizechef. 
Bisher ging man davon aus, dass Populismus, Plattitüden und Peinlichkeiten in der SPD Chefsache seien. 
Doch der WDR sendet wöchentlich drei SPD-Förderprogramme, sodass auch die zweite Reihe öfter mal drankommt. 
Ihr zweiter Flakhelfer war der kleine Augstein, der grundsätzlich für verbale Grobmotorik zuständig ist. Er gab sein Bestes, 
was selbst den Kollegen zu viel wurde. Dennoch werden Spiegel-Mitarbeiter wie die etwas unbedarfte Frau Ammann bei 
Plasberg gerne eingeladen. Der Spiegel erreicht mit 124 Millionen Clicks pro Monat mehr Menschen als die genannten Moderatoren zusammen. 
Und die Teilnahme des Spiegel-Außendienstes verhindert negative Rezensionen. Oder dass der Schwachsinn – 
Gott behüte – unerwähnt bleibt. 

Dann saß noch jemand aus der Schweiz in der Dekoration, der sich jedes Mal helvetisch-enthusiastisch freute, wenn seine Zeitung erwähnt wurde. 
Was wir uns daher an dieser Stelle ersparen können. Nicht so Jakob Augstein, der auch das Pressewesen in der Schweiz regulieren wollte. Er verglich das Blatt mit dem "Stürmer" – für einen engagierten Antisemiten eine bravouröse Leistung.

Auf den Ehrenplätzen neben der sandgestrahlten Sandra saßen Olaf Henkel, founding father der AfD. 
Im Nachhinein hauptberuflich ahnungslos. Heute ist der Ex von Frauke im Vorstand einer Mini-Partei, deren Anhänger in einen Mini passen.
Und zu ihrer Linken thronte die Gewinnerin der Millionenshow: Frauke Petry.
Während Petrys Bodenpersonal Hetzparolen im (noch) kleinen Kreise streut, gibt Maischberger ihr Gelegenheit, sich als Mutter Theresa für Millionen leidender Volksseelen aufzuführen. Die breitenwirksame Gelegenheit alle rechtsextremen Vorwürfe durch ein überhebliches Lächeln zu banalisieren, verstärkt zusätzlich das Märtyrer-Image. 
Warum hat sie, die nicht einmal im Bundestag vertreten ist, im Medien-Zirkus die Mittelmanege? 
Weil das Rahmenprogramm der anderen Akteure aus Zank und Zögern bestehtt. 
Viele Besprechungen, viele Bilder, viel Blabla.
In solchen Zeiten kommen dann die Postkarten-Maler, die dem Volk einfache Bilder bieten, die es in seinem dumpfen Drang versteht: Lösungen aus der Endlösungs-Kiste. 
Höchste Zeit zum Fremdschämen. 

Was ist der Hintergrund?
Alle Parteien haben das Flüchtlingsthema zur Katastrophe hochstilisiert.  
Es gibt keine Rettungsuchenden aus den Ländern, die Ost und West gemeinsam bombardieren, 
es gibt nur noch die Flüchtlingskrise. 
Intelligentere Denkansätze werden mit Phantomzahlen atomisiert.
Nun müssen die Parteien offenbaren, dass sie keine Antworten haben. 
Damit bauen sie den Rechtspopulisten eine Räuberleiter, rauben gemäßigten Parteien die Stimmen und uns die Sprache. 
Sprachlos sind viele, welche die Geschichte der dreißiger Jahre kennen. 
Spaltung und Miniaturisierung der SPD, Unterschätzung der braunen Gefahr, fehlende personelle Alternativen, 
steigender Druck auf die Systeme. 

Dazu kommen 2016 ungelöste Probleme in der Euro-Transferzone. Der Umstand, dass die Griechen derzeit nur als Rettungsschwimmer dargestellt werden, enthebt die Eurozone nicht einer tragfähigen Konzeption für die Länder am Rande Europas, die wieder in einen gefährlichen Wirtschaftsstrudel geraten.
Da aber die Medien mangels Selektionsfähigkeit sich alle an einem Thema abarbeiten, bleiben die wichtigen Dinge unerwähnt. 
Vielleicht ist das auch der Sinn der Übung?
 
Zum Wesentlichen.
Schamhaft versteckt wird die Meldung, dass Sigmar Gabriel den größten Waffendeal mit Saudi-Arabien durchgewunken hat. 
Naheunerwähnt bleibt, dass der soziale Wirtschaftsminister sich gegen das Kartellamt für Megadeals im Einzelhandel entschieden hat.  
Marginalisiert wird der massiven Stellenabbau bei der Deutschen Bank, der seit Jahren vonstatten geht.
Groß propagiert: die Abgeordneten des Bundestags dürfen den TTIP-Vertrag einmal kurz anschauen. 
Keine Kopien, keine Notizen, keine Fotos. 
So hält man Trottel beschäftigt, während der viel gefährlichere CETA-Vertrag bereits zur Ratifizierung vorliegt. 
Wird dieses Abkommen mit Kanada unterzeichnet, können wir uns TTIP als Freizeitlektüre ins Gäste-WC hängen. 

Schade, dass Sandra und die anderen Sandler die Brisanz von CETA nicht verstehen. 
Sonst hätten wir wirklich relevante Diskussionen im Fernsehen.
29 01 2016 
© Achim Krausz


  Bad News for Karneval
© Achim Krausz

Primär geht es hier um den beschaulichen Ort Rheinberg am Niederrhein mit seinen 30.610 Einwohnern. 
Von denen hoffentlich alle meine Kolumne lesen. 
Wie gesagt – schlechte Nachrichten.
Die kleine Siedlung am großen Strom – zu klein für eine eigene Zeitung – erfährt hier die bittere Wahrheit.

Die Karnevalisten aus Rheinbergs Stadtteil Orsoy –  
auch für Frohsinn gibt's Bezirke – sagen den Karnevalsumzug ab! 
Sie lesen richtig: kein Rosenmontagszug in Orsoy 2016.
Solch eine dramatische Entscheidung sahen wir zuletzt vor 25 Jahren, als der Golf-Krieg ausbrach. 
Sollte Rheinberg – mangels eigener Zeitung – erst jetzt davon erfahren haben?
 
Was war geschehen in Rheinberg – und zwar im Ortsteil Orsoy?

Bevor der WDR in einem zweistündigen Brennpunkt der deutschen Bevölkerung Orsoy näher zu bringen versucht, vermittelt dieser Hintergrundbericht einen ersten Überblick.
Rheinberg, nicht zu verwechseln mit Tucholskys Rheinsberg, das wiederum am Rhin liegt.  
Der Rhin selbst durchfließt den Schablonen-See – der muss in Berlin sein. 
Doch halt – bei genauerem Nachdenken ist es der Schlabornsee in Brandenburg.
Wenn ich Ihnen jetzt noch sage, dass der Rhin stolze 129 km lang ist, werden Sie verstehen, warum viele Politiker völlig überfordert sind:  Rheinberg – Rheinsberg, Rhein – Rhin,
Deutschland ist wirklich sehr kompliziert. 

Zurück zu Rheinberg am Rhein im Regierungsbezirk Wesel. 
Diesen Ortsnamen haben wir als Kinder oft benutzt, um das Echo zu testen. 
Beim Bürgermeister von Wesel klang es so lustig zurück: Esel. 

Mit diesem Stichwort sind wir aber endlich beim Thema – bei Jonny Strey. 
Denn der umzugsfreie Ort hat einen Leiter für den Fachbereich 
Sicherheit und Ordnung namens Jonny Strey. 
Und dass dieser Name kein Echo hervorrufen möge, kann man nur hoffen. 
Fachbereichsleiter Strey begründete die Absage damit, dass der Karnevalszug an einem Wohnheim mit circa 500 Asylbewerbern vorbeiführe. 
Sie könnten den Karneval eventuell missverstehen. 

Für die wenigen Nicht-Rheinberger unter meinen Lesern: 
Karneval ist eine Alkohol-induzierte Frohsinns-Epidemie entlang des 1.233 km langen Rheins. 
Am Rosenmontag gehen alkoholisierte Männer auf wildfremde Frauen los, nehmen sie herzhaft in die Arme, 
knutschen sie ab, begrapschen sie und ziehen dann ohne Hinterlassung von Namen oder Rufnummer einfach weiter. 
Dieser schöne Brauch, der auch durch die Übertragung von Herpes seinen bleibenden Wert erhält, 
sollte nur unter Rhein-Deutschen praktiziert werden. 
Denn Folklore ist, wenn die Lore vom eigenen Folk geknutscht wird. 

Dies hat nichts mit der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof zu tun. Dafür ist das Wort "Übergriffe" verharmlosend schwach und die Bezeichnung des Justizministers Heiko Maas, SPD, "Zivilisationsbruch", welche bisher Ausschwitz vorbehalten war, entlarvend peinlich. 
Einerseits unterstützt die Wortwahl eine Hysterisierung der Öffentlichkeit ohne jeden Sinn für historische Relationen.
Und andererseits zeigt sie, welche Kretins Karriere in der Politik machen können. 
Und dabei haben wir Sigmar "Arschlöcher" Gabriel noch vornehm übersprungen.

Der Karnevalspräsident von Orsoy hat nun angekündigt, statt des Umzugs den Rosenmontag mit Flüchtlingen im Zelt zu Helauisieren. 
Das ist ja mal wieder typisch: die Flüchtlinge wohnen in einem richtigen Haus und die armen Karnevalisten müssen ohne Zug im zugigen Zelt feiern. 
Am Rosenmontag werden wir sehen, ob Orsoys Jecken mit Migrations-Hintergrund nicht der Humor einfriert. 

Auf ein Wort, Sheriff von Orsoy. 
Abgesehen davon, dass der Islam Komasaufen nicht im Programm hat, genügt ein ganz normales Polizeiaufgebot – wie bei jedem Volksfest – zur Einhaltung von Sicherheit und Ordnung. 
Es gibt auch eine Art der Prophylaxe, die wie Rassismus wirkt. 
 
Ein Beispiel der anderen Art bietet das 45 km entfernte Düsseldorf.Dort wohnen über 8.000 Japaner.
Schon vor Jahren kürte der Karnevalsverein dort eine Japanerin zur Prinzessin. 
Die neue Verwandtschaft verunsichert zwar den Tenno, beweist aber, dass Integration auch während der Tollen Tage funktioniert. 
Obwohl dem Rheinländer nichts so ernst ist wie der Karneval.
Zum Abschluss die gute Nachricht an alle Narren außerhalb von Orsoy„: de Zoch kütt! 

20 01 2016
© Achim Krausz

   Winter-Waffen-Wunderland
© Achim Krausz
 
Fast täglich zeigt uns das Fernsehen Bilder von bewaffneten Männern und Frauen.
Sie rennen in Rudeln durch die Bergwelt, tragen große Zahlen auf engen Wäschestücken, werfen sich unmotiviert in den kalten Schnee und schießen mehrfach auf schwarze Punkte. 
Fernsehzuschauer – obgleich durch den Tatort an sinnlose Knallerei gewöhnt – blicken ratlos. 
Viele wundern sich, warum das Fernsehen daraus keinen Brennpunkt oder ein ZDF-Spezial macht – wie so häufig, wenn es keine Fakten gibt.
Andere wiederum glauben, Autonome aus der Wax-Szene protestieren gegen unanständig überhöhte Tages-Skipässe. 
Denn nie sieht man sie in Sesselbahnen oder Gondeln. 

Die einzig wahre Erklärung lesen Sie hier. 

Die Waffenträger bezeichnen sich selbst als Biathleten – obwohl niemand wissen möchte, ob sie bi sind.  
Vielleicht wollen sie sich aber auch nur von den seltsamen Rennrodlern abheben, die aufeinander liegend zu Tal rutschen und sich widersinniger Weise Doppelsitzer nennen. 
Gerade das reiche Deutschland sollte doch über genügend Mittel für längere Rodel mit zwei Sitzen, Rückenlehne und Scheibenbremse verfügen. Mit diesem abgasfreien Modell könnte VW seinen ramponierten Ruf korrigieren. 
In perfektem Timing meldet diese Woche der Finanzminister, dass die Steuereinnahmen des vergangenen Jahres um 12 Milliarden € höher liegen als geschätzt. Wer auch immer  für Steuerschätzungen zuständig ist, sollte seine Berufswahl noch einmal überdenken. Zudem ist es ausgesprochen leichtfertig, solche Zahlen zu veröffentlichen. 
Nun müssen diese Arithmetik-Allergiker dem Bürger vorrechnen, warum immer noch kein Geld für Bildung, Infrastruktur und Renten vorhanden ist.  
Der schlaue Schwabe Schäuble wagt schon einen Schnellschuss (um im Bild zu bleiben). Dieses Geld reiche gerade, um die Mehrkosten der Flüchtlingshilfe auszugleichen. 
Pech auf ganzer Strecke für die Rodler im Packerl-Modus. 
Sein Bild ergänzt seine frühere Metapher mit der Lawine, die von einer Skifahrerin namens Merkel ausgelöst wurde. 
Den muss entschieden widersprochen werden. 

Angela Merkel kurvt nie in lawinösen Gebieten. 
Sie bewegt sich lieber im Flachen und zwar als unbewaffnete Langläuferin. Mit etwas Glück läuft sie ab 2017 weitere vier Runden. Außerdem wirft sie sich nicht freiwillig zu Boden, was ihr der Bund Naturschutz sehr zu danken weiß.

Doch zurück in die Loipe mit Schießen und Weglaufen.
Hinter dem Biathlon steht eine kalkulierte Langzeit-Strategie. 
Sogenannte Sport-Reporter, die Schnee nur in Verbindung mit einer Rasierklinge kennen, wollen Deutschland zur Waffe rufen.  
In Köln trägt dies bereits erste Früchte. 
Dort betreten Frauen den Hauptbahnhof nur noch mit einem Baseballschläger im Handgepäck. 
Und Polizisten kommen aus Sicherheitsgründen mit ihren Bodyguards auf die Domplatte.
 
Biathlon erweist sich auch als Problemlösung für Ursula von der Leyen. Nachdem das G 36 gerade bei höheren Temperaturen nicht gerade schießt, wird nun der Gebrauch von Schusswaffen bei Minusgraden propagiert. 

Im beschaulichen Ruhpolding, das einst durch Kuhglocken und Maria Hellwig bekannt wurde, tobt derzeit der Weltcup im Biathlon. 
Fernsehen und Presse belästigen die Öffentlichkeit permanent mit schussbereiten Grätschern. Im obszön-breitbeinigen Stil laufen Frauen wie Männer Atemlos durch die bayerische Bergwelt. Auf den Kopfhörern Songs von Helene Fischer, die sie 
zu immer neuen Rekordzeiten peitschen. 
So werden Skiläufer, die mit Ausnahme eines früheren Thüringer Ministerpräsidenten eher als ungefährlich gelten, zum aktiven Wehrssport animiert. 
Eine äußerst bedenkliche Entwicklung. 
Bald werden nicht nur alle Schweizer ein Gewehr im Kleiderschrank haben. 
Aber sind Gewehre ein probates Mittel gegen die sprunghaften Teuerungen im Wintersport? 
Natürlich nicht. 
Die Liftbetreiber sind lediglich berechnend. 
Sie berechnen den Skisportlern die zunehmenden Rodungskosten der Bergwälder. 
Im Sommer kommen dann die durch fehlendes Wurzelwerk sehr ungehaltenen Berghänge auf Besuch ins Tal und die Ski-Orte in die Schlagzeilen. 
Eine Marketing-Strategie mit der Durchschlagskraft einer Lawine.
 
Apropos Strategie. 
Angesichts der zu erwartenden Klimaerwärmung erscheint vielen eine Ausdehnung des Skisports in Richtung Mecklenburg-Vorpommern als sehr ambitioniert. 
Jedoch die Formel: "Kein Schnee – kein Wintersport" gilt schon länger als überholt.  
Nehmen wir zum Beispiel Ruhpolding, wo sich ein neues Geschäftsmodell entwickelt: Second-Hand-Snow. 
Man nimmt gebrauchten Schnee vom Vorjahr – gerne die Sorte Grönland Gelb – und hortet ihn gegen Bezahlung über den Sommer im ungeheizten Keller. 
So lässt sich auch in katholischen Gemeinden Bayerns das eher eintönige Maria Himmelfahrt-Fest durch einen Biathlonwettbewerb touristisch aufpeppen. 

In diese Idylle platzt nun der Winter.
Denn das einzige, was Sportfunktionäre in Ruhpolding stört, ist dieser unangenehme Neuschnee. 
Mitten im Winter beginnt es dort zu schneien, und die Organisatoren sind todunglücklich. 
Training, Rennen, Sendezeiten müssen verlegt werden. Und wer das deutsche Fernsehen kennt, weiß, dass es pünktlicher ist als die Bundesbahn – nicht unbedingt amüsanter aber pünktlicher. 
Kein Wunder, dass man in Wintersportorten ein starkes Misstrauen gegenüber der Natur entwickelt. 
Gegen die Natur helfen nur Kanonen – Schneekanonen. Womit wir wieder beim Schießen sind. 

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss. 
Falls Sie einem Biathleten in freier Wildbahn begegnen, sollten Sie nach Möglichkeit keine schwarze Augenklappe oder Mütze tragen. 
Es ist nicht persönlich – nur ein Reflex.

17 01 2016 
© Achim Krausz


Jahreswechsel – zahlbar in zwölf Monaten 
© Achim Krausz
 
Wenn das kommende Jahr auch nur annähernd so wird wie 2015, 
sollten wir die Annahme verweigern. 
Oder wir lassen es über DHL zustellen. 
 
 Erfahrungsgemäß passiert dann folgendes:
Wenn ich nicht zuhause bin, liefert mein DHL-Fahrer das Paket bei einer 1 km entfernten Lottoannahmestelle aus.
Dort kann er besser parken. 
Dafür erhalte ich eine Nachricht: Meine Sendung liegt bei meinem "Wunschnachbarn". 
Mein "Wunschnachbar" hat bereits eine andere Postleitzahl.  

Dann habe ich nachgedacht.
Man kann die Neujahrs-Annahme nicht glattweg verweigern. 
Der Verband der Kalender-Macher wäre äußerst betrübt. 
Keine Arbeit, kein Abriss, kein Morgen.

Doch warum nicht das neue Jahr in der Lottoannahme bis zur Bewährung zwischenlagern? 
Dann warten wir die Ziehung ab. 
Mit etwas Glück kommen bessere Zahlen als 2, 0, 1, 6.
Aber Lotto ist eine Sache mit ungewissem Ausgang. Eben ein Glücksspiel. 
Der Regierung geht es dabei wie jedem Lottospieler. 
Sie weiß nie, was kommt.
Neulich kamen einige Reisegruppen aus dem Nahen Osten zu uns. In der Eile der Abreise hatten einige nicht alle Papiere eingepackt und konnten daher die Meldezettel der Portiers an den Toren Europas nicht ordnungsgemäß ausfüllen. 
Das führte zu einer tiefgehenden Formular-Krise in Deutschland, wo der Mensch bekanntlich erst nach dem ausgefüllten Formular beginnt. 
Die Ankömmlinge mussten dringend formularisiert werden. 
Damit alles wieder seine Ordnung hat. 
Sie heißen jetzt Hans al-Mustermann.
Diese Arbeit landete bei der Agentur für Arbeit. So wurden die Karteiverwalter mit dem echten Leben konfrontiert – unsere Regierung ist nicht ohne Humor. 
So beauftragte sie mit den Ressort Migration Frank-Jürgen Weise (keine Angst, der Mann heißt nur so). 
Der unausgelastete Beamte ist zugleich im Beirat der Bundesakademie für Sicherheitsfragen, Vorstandssprecher der PTV AG, Vorstand der Hertie-Stiftung, Chef der Bundesagentur für Arbeit und in der CDU. 
Zuvor war Weise Dozent für Betriebswirtschaft an einer Bundeswehr-Einrichtung. 
(Bundeswehr – das ist dieses kinderfreundlich organisierte Unternehmen, das an seine Grenzen stößt, 
wenn von 125.000 Soldaten 8.000 nicht zuhause schlafen dürfen)
Was die Migranten leider nicht wissen, Betriebswirt Weise (FH) kennt die Theorie, aber praktisch hat er keine Ahnung. 

Oder ich irre mich. 
Und er versucht mit Berliner Billigung den Mindestlohn auszuhebeln. 
Da das Wort Mindestlohn im Koran nicht vorkommt, gilt er als Erfindung der Ungläubigen und somit nicht als verpflichtend. 
Falls Seehofer die Zwangs-Germanisierung der Flüchtlinge ernst meint, sollten auch einige Kurse über Arbeitsrecht und das Recht der Arbeiter integriert werden. Andernfalls sind alle Darstellungen über Migration als deutsches Wirtschaftswunder purer Zynismus.

Doch der Staat wäre nicht unser fürsorglicher Staat, würde er seine Kinder nicht tatkräftig schützen. 
Vor dem Lottospiel warnt ein Hinweis auf die ihm immanente Suchtgefahr. 
Und die Werbeplakate über millionenschwere Jackpots sollten auch nur in diesem Sinne verstanden werden – Warntafeln , 
die Lottospieler mit ihren Einsätzen finanzieren.

Diese fehlen völlig vor der Neujahrsansprache der Kanzlerin – sowohl auf Arabisch wie auf Englisch. 
Denn auch die Kanzlerin besitzt immenses Sucht-Potenzial. 
Wer schon mehrfach die Union oder die ihr bis zur Verwechslung angepasste SPD gewählt hat, läuft Gefahr süchtig zu werden. Denn alles ist gut. 
Wer Gabriel sieht, weiß, alles ist in Butter oder zumindest in Cholesterin. 
Dobrindt klingt wie Dopamin – das Glückshormon. Alles was er anpackt misslingt – ein großes Glück für alle. 
Von der Leyen betreibt Aufklärung. 
Die siebenfache Mutter erklärt den Bombern des Friedensnobelpreisträgers Obama, wo in Syrien die Städte liegen – ohne Luftschutzbunker, ohne Terroristen, die vorher wissen, wer wann angreift,aber mit vielen ungeschützten Zivilisten, die entweder Rache schwören oder fliehen.
Und Merkel ist alternativlos. 
Schließlich hat sie alle relevanten politischen Positionen 
der übrigen Parteien übernommen. 
Dieses Wähler-Wohlfühlprogramm steigert die Suchtgefahr.
Millionen laufen in die Wähler-Annahmestellen und machen ihr Kreuz, an dem sie dann vier Jahre lang schwer zu tragen haben.
Wie bekämpft nun das Lotto die Suchtgefahr?
Hier die Tipps der staatlichen Lotterieverwaltung. 
(Original-Zitate): 

Tipps für ein verantwortungsvolles Spiel

Nutzen Sie das Spiel nicht, um an Geld zu kommen!
( Wie kann man nur so etwas unterstellen?)  
 
Setzen Sie sich vor dem Spiel ein Limit, wie viel Zeit und Geld Sie investieren wollen!
( Setzen Sie sich vor der Wahl ein Limit, was Ihre Schmerzgrenze betrifft)

Verwenden Sie nur Geld, das Ihnen selbst gehört und für keinen anderen Zweck bestimmt ist!
(Sagen Sie das einmal Ihren Abgeordneten)

Versuchen Sie nicht, Verluste durch höhere Einsätze auszugleichen!
(Mit anderen Worten,: geben Sie der Regierung keineswegs beide Stimmen)

Spielen Sie nur, wenn Sie den Verlust der Einsätze verantworten können!
(Wählen Sie nur, wenn Sie den steten Verlust an Demokratie verantworten können)

Spielen Sie nicht, wenn Sie in schlechter Stimmung sind! (Versuchen Sie also nicht, Angst, Panik oder Depression im Spiel zu bewältigen!)
(Wählen Sie nicht die Politiker, die Sie in schlechte Stimmung versetzen – keine Panik, es gibt bessere)

Spielen Sie nicht unter Einfluss von Alkohol oder Medikamenten!
(Wählen Sie nur unter Einfluss von Alkohol und Medikamenten. Anders geht es nicht)

Also lauter goldene Worte, die man unserer Regierung für 2016 ins Stammbuch schreiben sollte.

 In diesem Sinne Ihnen allen ein möglichst gutes Neues Jahr

31 12 2015 
© Achim Krausz

Kassandra, Telefon
© Achim Krausz
 
Kassandra, Tochter des Priamos, König von Troja, halten viele für 
das Urbild aller Ehefrauen – sie redet und redet und redet und keiner hört ihr zu. 
Dabei kennt sie die Zukunft. 
Was sie ganz wesentlich von allen Expertenkommissionen 
der Neuzeit unterscheidet. 
Es ist nun einmal ihr Schicksal, dass niemand ihren Vorhersagen glaubt. 

Aber wie kam's dazu?
Der Gott Apollon belegt sie mit dem Fluch, dass die Menschheit 
ihren Weissagungen keinen Glauben schenkt. 
Nur weil sie Apollon einen Quickie verwehrte.  
Das verwirrt. 
Denn in der Ilias tritt uns Apollon recht sympathisch entgegen. 
Er bewirkt, dass Agamemnon dem Priester Chrysis dessen von ihm geraubteTochter zurückgibt. 
Im Krieg ein Gentleman, privat ziemlich nachtragend. 
Es wundert mich ohnehin, dass es keinen Nobelpreis für Männerkunde gibt. 
 
Kassandras Rufen nicht zu glauben, ist nicht ihr sondern unser Fluch. 
In Zeiten gefährdeter Demokratie sollte es eine Flatrate 
für Gespräche mit Kassandra geben. 
Doch sie hebt nicht ab, weshalb sich manche die Finger wund schreiben. 

Womit wir nun endlich zum Thema kommen – bevor Sie noch denken, es handele sich hier um ein Streiflicht.

Hier geht es um die Auswirkungen der Tagespolitik – und mehr ist sie nicht. 
Eine Politik, die sich von Tag zu Tag rettet.  
Mal hört sie auf die Bosse, mal auf die Gosse. 
Aber immer auf die eigene Karriere. 

Die demokratischen Grundwerte verlieren das Rennen. 
Das Parlament gilt der Clique der Macht als Stimmvieh, 
das nachträglich Entscheidungen abnickt.
Statt plebiszitärer werden ihre Alleingänge elitärer.  
Nichts gegen Eliten. 
Wären sie es nur – diese Schusterbuben.

Vor einem Monat wählte Portugal sein neues Parlament. 
Dabei verlor der bisherige Regierungschef Coelho die Mehrheit. 
Stärkste Kraft wurde das linke Bündnis "Vorwärts Portugal". 
Doch Staatspräsident Cavaco Silva erteilte der rechten Minderheit den Regierungsauftrag. 
Seine Begründung: eine Linksregierung sendet das falsche Signal an Europas Börsen. 
Wer den Regierungssitz einer Demokratie in der Börse vermutet, liegt also gar nicht so falsch. 
Demokratie?

Mit Ungarn hat sich ein EU-Staat durch Einzäunung – bei Lohnfortzahlung durch die EU-Steuerzahler – 
aus dem Schengenabkommen verabschiedet. 
Ungarn will weder Sinti noch Roma, noch Syrer, noch Juden. 
Aktuelle Demokratie – Jahrgang 1933?

In Rumänien tritt die komplette Regierung Victor Ponta wegen Korruption und Geldwäsche zurück.
Laut Medien ist Pontas Rücktritt der erste in Rumänien. 
Die Vorgänger hatten vermutlich nur bessere Nerven. 
Politiker plündern den ihnen anvertrauten Staat. 
Rumänien ist kein Einzelfall.
Demokratie oder Privat-Domäne?

In Griechenland hat sich die Mehrheit der Bevölkerung per Referendum gegen 
die harten Auflagen von IWF, EZB und EU entschieden. 
Das Referendum wurde komplett missachtet. 
So frustriert man Wähler langfristig. 
Demokratie – wer hat's erfunden? 
Nicht die Griechen.
 
In Pakistan setzte die Regierung kurzfristig die Rücknahme von Flüchtlingen aus. 
Die überraschende Begründung: die EU diskriminiere sie als Terroristen. 
Das politisch instabile Land verdankt dem Welt-Politiker Obama den Besitz von Atombomben.
Strategie? Idiotie? Obamakratie?

In den USA liegen zwei  Präsidentschaftskandidaten Hohlkopf an Hohlkopf, die 12 Millionen Menschen deportieren wollen und Folter für politisch korrekt halten. 
Der Primus der Umfragen gehört intellektuell zu den Primaten. 
Bedeutet Demokratie die Diktatur der Dummheit?

In Deutschland folgt Thomas de Maizière dem Diktat der Straße.  
Weder AfD noch Pegida sind im Bundestag vertreten. 
Dennoch dominieren sie die Politik.
Demokratie oder politische Feigheit?

Im Nahen Osten wird während dessen täglich gebombt und gestorben. 
In Afrika unterstützen wir Diktaturen und in der Ukraine biedern wir uns bei einen Faschisten an. 
Doch unsere Themen sind: Auto Fußball Dschungelcamp. 
AFD für Wohlstandsbürger.

Liebe Kassandra, 
ich spreche jetzt mal auf Ihre voice-box.
Lassen Sie sich doch endlich von Apollon verführen. 
Er ist schön, er ist stark, er ist ein Gott. 
Mein Gott, das dauert ja nicht ewig. Auch Götter sind nur Männer. 
Wenn Sie fallen, täten Sie uns einen immensen Gefallen.
10 11 2015 
© Achim Krausz
DAS WAR DIE WOCHE DIE WAR       02 12  2012
Hinter uns liegt eine weitere Verhandlungswoche in Sachen: Die Regierung gegen das Volk.
Jeder einzelne Prozess ein Präzedenzfall. 
Zur ersten Verhandlung erscheint eine Regierung, welche den Ausstieg aus der Atomenergie über Nacht beschloss, aber die Konsequenzen nicht tragen will. 
Die Modefarbe Grün - diktiert von der Coco Chanel der Uckermark - lässt Verbraucher Rot sehen. Sie dürfen der Industrie eine "Begrünung" zahlen, von der Staat und Wirtschaft profitieren - unter anderem durch Kostenreduzierung beim CO2-Handel. 
Und als Zuckerl: Auch die Haftung für Gewinnausfall durch Systemfehler der Energiekonzerne -  Strom aus dem Watt ohne Wattweitergabe - wird nun erste Bürgerpflicht. 
Somit ist die Geldanlage in Offshore-Windparks gegen jeglichen Gewinnausfall profitsicher garantiert - vom privaten Stromkunden - nicht nur im Fall der Fälle - sondern auf jeden Fall. 
Nebeneffekt: Die Privat-Investitionen erlauben der bürgerneurotischen Regierung, andere Windlöcher im Haushalt 'eurotisch' zu füllen.
Völlig unerwähnt bleibt auch, dass Windparks eine betonierte Verschandelung der Umwelt darstellen, gegen die Grüne Sturm laufen würden - wären sie nicht an dem Geschäft beteiligt. 
Der Betrachter glaubt, solche Entscheidungen  könne kein Bundestag sondern nur der Paragrafen-Pumickl Barbara Salisch treffen. Aber die Realität ist noch perverser als das Programm von SAT1.  Das Autoren-Team Rösler/Altmaier unterläuft das dümmste Drehbuch.
Gerichtsdiener, Beeilung, bevor das Gröbste vergessen wird.
Zum Aufruf kommt der Fall Griechenland - genauer gesagt: Der Fall Griechenlands wurde aufgeschoben - durch weitere ineffiziente Teilzahlungen. 
Schäuble, der als Finanz-Tornado den Staatshaushalt verwüstet, scheint zu glauben, dass man einen Alkoholiker mit Trinkgeld kurieren kann. Denn mehr als ein Trinkgeld sind die 47 Milliarden nicht - für griechische Verhältnisse. Das Land befindet sich in der Pflegestufe 3 - Schwester Angela darf sich nie mit der Bettpfanne vom Patienten entfernen.
Beim nächsten Fall erschallt herzhaftes Gelächter im Verhandlungsraum: Der Armutsbericht der Regierung erhält den Günter-Grass-Preis für inhaltsfreie Dichtung. 
Das Gericht befindet zudem, dass eine Schere - egal ob zwischen arm und reich oder Regierung und Bürgern - weder in Kinder- noch in Wählerhände gehört. 
Künftig wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, wenn es sich um Berichte zur Lage der Nation handelt. Das geht nur die prozessführenden Parteien etwas an - vor, im und nach dem Wahlkampf. Und die Parteien haben sich bekanntlich bei verfahrenen Verfahren freiwillig zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Verschwiegen agieren auch die Regierungsorgane BND, BKA und MAD bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen. 
Aufhellung findet nur im engsten Kreise statt - blockiert von Vorgesetzten, deren pathologische Erinnerungsschwächen zu den schönsten Hoffnungen beim NPD-Verbot berechtigt. 
Kennzeichnend für alle Regierungs-Prozesse ist, dass der Geschädigte - der Bürger - geradezu apathisch reagiert. So lange die Regierung nicht sein Auto requiriert, kann sie nach Belieben schalten und walten. 
Die Medien sind währenddessen mit sich selbst beschäftigt, seit ihre weisen Verleger 
das einzig Werthaltige - die Inhalte - kostenlos ins Netz stellen. 
Dieser rein durch Werbung - sprich Reichweite - finanzierte Journalismus - mehr Voyeur 
als Kontrolleur der Gesellschaft, mehr Parteilichkeit als Objektivität, weichgespült durch Zeitungs-Insolvenzen und Entlassungen - hat seine Integrität als Vierte Gewalt längst verspielt. 
Die frühere Distanz zur Macht macht medialem Kuschelkurs Platz - survival of the fittest. 
So passt die derzeit früh einsetzenden Dämmerung ganz gut ins Bild. 
© Achim Krausz